Dr. Johanna Budwig - die Pionierin

Frauen dürfen erstmals in der deutschen Geschichte studieren!


In diesem Jahr wird Johanna am 30. September 1908  geboren. Nach dem frühen Tod der Mutter kann Johannas Vater, ein einfacher, hart arbeitender Motorenwärter, das wirtschaftliche Auskommen nicht mehr sicherstellen und gibt die 12-Jährige in staatliche Obhut. Johanna wird das Schulgeld erlassen und damit der Besuch des Gymnasiums ermöglicht, wo sie durch ihre analytischen Fähigkeiten erstmals auf sich aufmerksam macht.

Ohne Geld damals zu studieren war nur möglich im Rahmen einer religiösen Organisation. Nach dem Abitur entscheidet sich Johanna 1926, als Jungschwester einer Diakonissenanstalt beizutreten. Bald widmet sie sich ihrem Hauptstudium in Münster. Dort schreibt sie sich in der philosophischen und naturwissenschaftlichen Fakultät in die Studienfächer Physik, Chemie, Medizin, Biologie und Botanik ein. Sie promoviert im Fach Physik bei Prof. Dr. Hans-Paul Kaufmann, bei dem sie auch eine Assistentenstelle innehat. Kaufmann, den man in Fachkreisen auch den „Fettpapst" nannte, ist zu dieser Zeit in Deutschland der Experte auf dem Gebiet der Fettchemie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Fettforschung, Münster.

Ab 1948 nimmt sie am Lehrstuhl von Prof. Kaufmann ihre Forschungsarbeit am Bundesinstitut für Fettforschung in Münster auf.

1950 kann Dr. Johanna Budwig als erste Wissenschaftlerin gesicherte Nachweise zur Differenzierung von Fettsäuren in „gesättigte" und „ungesättigte" auf der Fettforscher-Konferenz in München präsentieren.

1951 wird sie zur Obergutachterin für Arzneimittel und Fette am Bundesinstitut für Fettforschung berufen.

Bereits 1950 kann sie zusammen mit Prof. Kaufmann auf dem Münchner Fettforscherkongress erste Ergebnisse vorstellen, welche im gleichen Jahr unter dem Titel „Neue Wege der Fettanalyse" veröffentlicht werden.

1955 geht Dr. Johanna Budwig nach Göttingen und beginnt ein Medizinstudium. In den folgenden zwei Jahren hat sie neben ihrem Studium Gelegenheit, die von ihr inzwischen entwickelte Öl-Eiweiß-Kost mit offizieller Erlaubnis der Universitätsleitung an Patienten auf ihre Wirkung hin zu testen. Ihre Arbeit zieht unglaubliche Erfolge nach sich.

Johanna Budwig wendet sich intensiv quantenphysikalischen Fragen zu, einem Fachgebiet, welches sie schon während ihrer Studienzeit sehr interessierte. Die Quantenbiologie ist ein Zweig der Quantenphysik, welcher sich speziell mit der Frage des Zusammenhangs zwischen der Quantenenergie des Lichtes und der Aufrechterhaltung lebendiger Prozesse in lebenden Organismen beschäftigt.

1969 meldet sie acht Verfahren zur Herstellung von nicht gesundheitsgefährdenden, aber dennoch haltbar gemachten Produkten an.

Dr. Johanna Budwig zeichnet ihre Erfolge in den verschiedenen Anwendungsgebieten auf und veröffentlicht in den folgenden Jahren eine Vielzahl an Büchern.

Ab 1979 wird sie siebenmal für den Nobelpreis der Medizin nominiert. Unermüdlich reist die Wissenschaftlerin auf Einladung durch die Welt und hält Vorträge vor Fachpublikum.

 

Bis ins hohe Alter bleibt Dr. Johanna Budwig sehr rege, berät Patienten und hält auch noch hier und da Vorträge.

94-jährig stürzt sie im Jahr 2002 in ihrem Haushalt, bei dem sie sich den Oberschenkelhals bricht.

Am 19. Mai 2003 stirbt sie im Alter von 95 Jahren.

 

Dr. Johanna Budwig erlebt nicht mehr, wie ihre Theorien über die Wirkweise der Öl- Eiweiß-Kost und der Omega-3-Fette mit Hilfe moderner Wissenschaft bestätigt werden. Mit der Öl-Eiweiß-Kost übergibt Johanna Budwig ihrer Nachwelt einen unermesslichen Schatz.